|
Antrag an die Personalversammlung für
Lehrerinnen und Lehrer am Gymnasium im Regierungsbezirk Düsseldorf
am 7. Dezember 2005
Entlastung von Korrekturfachlehrer/innen
Ziele Was
tun? Aktuelles Beitritt
Lesen Sie mal weiter! Impressum
Die Personalversammlung möge beschließen:
Die Personalversammlung fordert den Personalrat auf,
sich über den Hauptpersonalrat beim Ministerium für Schule und
Weiterbildung dafür einzusetzen, dass die Korrekturfachlehrer/innen
deutlich entlastet werden, da sich das Bandbreitenmodell als faktisch
wirkungsloses Entlastungsmodell in NRW erwiesen hat. Stattdessen fordern
wir die Ministerin aufgrund ihrer Fürsorgepflicht auf, eine spürbare
Reduzierung der Korrekturgruppen für die Korrekturfachlehrer herbeizuführen.
Begründung
Das Ministerium für Schule und Weiterbildung
hat mit der Aufforderung an die weiterführenden Schulen, ein schulinternes
Bandbreitenmodell zu entwickeln, das zum Ziel hat, die Arbeitsbelastung
gerechter zu verteilen, zu Recht anerkannt, dass Korrekturfachlehrer/innen
übermäßig belastet werden. Die Erfahrung zeigt, dass die
Korrekturfachlehrer/innen, die z.T. mit bis zu sieben (!) Korrekturen
belastet sind, nicht in der Lage sind,
- sich durch Lektüre angemessen fortzubilden
um fortschrittliche Methoden in ihrem Unterricht zu integrieren,
- den Unterricht adäquat vorzubereiten,
- Schülerleistungen wie z.B. Hausaufgaben regelmäßig
einzusammeln und zu korrigieren,
- Vokabel- oder Grammatiktests in den Fremdsprachen
in erforderlichem Umfang durchzuführen,
- sich an der Schule überfachlich zu engagieren
und regelmäßige Verpflichtungen zu übernehmen, wodurch
das Betätigungsfeld eingeengt und die Beförderungsmöglichkeiten
erheblich eingeschränkt werden,
- auch ihr zweites Nicht-Korrekturfach in angemessenem
Umfang zu unterrichten, da sie häufig in ihrem Mangelfach eingesetzt
werden, wodurch sie die Qualifikation in ihrem Zweitfach verlieren.
Eine übermäßige Einarbeitungszeit wird von ihnen dann
verlangt, wenn sie dieses Fach nach einer längeren Unterbrechung
wieder unterrichten.
Mit dem Bandbreitenmodell wurden nun die Schulen
aufgefordert, eigene Modelle zur gerechteren Arbeitsbelastung innerhalb
der jeweiligen Schule umzusetzen. Bis auf wenige Ausnahmen wurde dieses
Breitbandmodell jedoch nicht umgesetzt, da
- die Kollegien und Schulleitungen überfordert
sind, sämtliche Faktoren der Arbeitsbelastung adäquat zu erfassen,
zu bewerten und zu gewichten,
- erhebliche Zeit für die Entwicklung vernünftiger
Entlastungsmodelle aufgewandt wird,
- ohne dass greifbare Ergebnisse sichtbar sind,
wodurch sich auch das Betriebsklima deutlich verschlechtert, da Hoffnungen
auf Entlastung nicht in Erfüllung gehen,
- die Bezirksregierung keine Garantie dafür
gibt, dass der Schule, die das Bandbreitenmodell anwendet, auch genügend
Lehrkräfte mit den entsprechenden Korrekturfächern zugestanden
werden. So wurden in einem Gymnasium in Essen zunächst 2 Deutsch-,
im nächsten Halbjahr 2 Englischlehrer/innen an eine andere Schule
abgeordnet, da diese an der abgebenden Schule »im Überhang«
vorhanden gewesen seien, nachdem die Schule gerade diese Fächerkombinationen
im Hinblick auf den durch das Bandbreitenmodell erforderlichen Zusatzbedarf
eingestellt hatte.
Obwohl dem Ministerium das Versagen des Bandbreitenmodells
bekannt ist, wurde in der vergangenen Legislaturperiode diesem Prozess
untätig zugesehen. Die neue Bildungsministerin hat bislang noch nicht
deutlich gemacht, dass sie ihrer Fürsorgepflicht gegenüber den
Korrekturfachlehrerinnen und -innen große Bedeutung beimessen wird.
| Antragsteller: |
Gerlinde
Riße und Theo Wahl-Aust, Geschwister-Scholl-Gymnasium Düsseldorf,
und etwa 40 weitere mit Unterschriften vertretene Lehrerinnen und
Lehrer |
Ziele Was
tun? Aktuelles Beitritt
Lesen Sie mal weiter! Impressum
|