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Presseerklärung zum Ergebnis der Wahlen zum Hauptpersonalrat beim Schulministerium 2008 in NRW (Gymnasiallehrerinnen und -lehrer)
Düsseldorf, den 5. Juni 2008
Unser Wahlerfolg ist das Resultat der seit Jahrzehnten andauernden Ausbeutung der Korrekturfachlehrer durch die jeweiligen Landesregierungen, die nie den Mut aufgebracht haben, im Schulbereich eine Arbeitszeitreform durchzuführen, die den realen Belastungen der einzelnen Lehrerinnen und Lehrer gerecht wird. Deshalb haben wir an den Gymnasien die unerträgliche Situation, dass die Arbeitszeiten der Lehrer je nach Fach und Unterrichtseinsatz extrem auseinander klaffen: Die Jahresarbeitszeit von Gymnasiallehrern mit zwei Korrekturfächern liegt bis zu viermal so hoch wie die Arbeitszeit ihrer Kollegen ohne Korrekturen und sonstige Aufgaben (vgl. Lehrerarbeitszeitgutachten von Mummert und Partner, 1999). Die für Landesbeamte vorgeschriebene Wochenarbeitszeit von 41 Stunden wird von manchen Vielkorrigierern fast um das Doppelte überschritten. Wie bei einer derartigen zeitlichen und psychischen Belastung auch noch qualitativ guter Unterricht in den Kernfächern gemacht werden soll, bleibt das Geheimnis aller bislang »verantwortlichen« Landesregierungen. Unser Wahlergebnis ist auch das Resultat des scheinheiligen Verhaltens der großen Lehrerverbände, die sich nicht mehr an gewerkschaftlichen Werten wie Gerechtigkeit, Solidarität und Gleichbehandlung orientieren, sondern ihre ganze Energie dafür einsetzen, die Transparenz der völlig unterschiedlichen Arbeitszeiten und Arbeitsbelastungen der einzelnen Kollegen zu verhindern und die öffentliche Erörterung dieses Themas zu tabuisieren, um nur ja keine Mitglieder zu verprellen. Vor allem aber ist unser Wahlergebnis ein Menetekel für die von CDU und FDP geführte Landesregierung, die – entgegen ihren vollmundigen Versprechen aus der Oppositionszeit vor 2005 und entgegen ihrer Festlegung im Koalitionsvertrag 2005 (»Die Lehrerarbeitszeit wird flexibler und gerechter gestaltet«) – die Ungleichbehandlung bei der Bewältigung der von ihr gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitslasten nicht etwa abgebaut, sondern massiv verstärkt hat. Denn sie hat alle von der Vorgängerregierung bereits geplanten und eingeleiteten Reformen, die vor allem die ohnehin seit Jahrzehnten gebeutelten Kernfachlehrer weiter belasten, wie die Einführung von Lernstandserhebungen, Zentralen Prüfungen 10 und Zentralabitur, ohne Beachtung der Fürsorgepflicht umgesetzt. Die »Vereinigung der KorrekturfachlehrerInnen e.V.« wird die Zeit bis zu den nächsten Landtagswahlen nutzen, um die oben geschilderten Sachverhalte einer breiten Öffentlichkeit immer wieder vor Augen zu führen. Wenn Ministerpräsident Rüttgers vor dem bildungspolitischen Symposium NRW am 3. Februar 2007 in Essen vor mehr als 1000 Zuhörern feststellt: »Individuelle Förderung benötigt Zeit«, die von ihm geführte Landesregierung die für individuelle Förderung erforderliche Zeit aber durch immer neue Belastungen für die Korrekturfachlehrer weiter einschränkt, wird erkennbar, wie ernst man seine Aussagen zu nehmen hat. Für die Vereinigung der KorrekturfachlehrerInnen
e.V.
redaktion@korrekturfachlehrer.de Stand: 05.06.2008
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