| Symposium »Individuelle Förderung« in Essen: Eine verpasste Chance Unser Vereinsvorsitzender Reinhard Heider durchleidet ministeriellen Frontalunterricht – auch eine Erfahrung
Zu gern hätte man von Herrn Rainer Domisch vom Zentralamt für Unterrichtswesen in Helsinki erfahren, ob die individuelle Förderung in Finnland mit einer differenzierten Lehrerarbeitszeitregelung einhergeht. Schließlich hatte Ministerpräsident Rüttgers ja verkündet: »Individuelle Förderung benötigt Zeit.« Wer sich mit dem finnischen Schulsystem schon durch eigene Nachforschungen vertraut gemacht hatte, erhielt von Herrn Domisch dann in der Mittagspause in einem persönlichen Gespräch folgende Informationen bestätigt: In finnischen Gesamtschulen
So unterrichten Lehrer mit dem Fach
Das heißt: In Finnland wird der in den schriftlichen Fächern anfallende enorme Korrekturaufwand als Arbeitszeit bewertet und honoriert, während dies hierzulande immer noch nicht der Fall ist, von den großen Lehrerverbänden leider sogar immer noch abgelehnt wird. In Finnland gibt es offensichtlich auch für Lehrer, die Kernfächer unterrichten, Arbeitsbedingungen, die es ihnen zeitlich erlauben, ihren Unterricht so vor- und nachzubereiten, dass eine individuelle Förderung der Schüler überhaupt erst möglich wird. Warum wurden den Teilnehmern dieses Symposiums solche entscheidenden Informationen vorenthalten? Warum durfte man sie nicht einmal erfragen? Warum wies der sich als Medienstar gerierende Prof. Schleicher eine konkret darauf abzielende Frage der Moderatorin brüsk zurück? Schade. Welche Aufbruchstimmung hätte für das so wichtige Thema erzeugt werden können! Warum nutzt das Schulministerium nicht die Gelegenheit um auf das nach Hamburger Vorbild in seinem Auftrag entwickelte »Mindener Modell« hinzuweisen, das als ein erster Schritt in die richtige Richtung zu verstehen ist? Reinhard Heider, Steinheim
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