Pädagogische Studientage als Gesundheitstage

Pädagogische Studientage, die der Gesundheit dienen, sind an allen Schulen angesagt. Kaum eine Schule lässt sich die Gelegenheit entgehen, den Kolleginnen und Kollegen ein Angebot zu machen, das mit den großen, von der Bezirksregierung organisierten Veranstaltungen mithalten kann.

Häufig findet man Angebote zur Stimmschulung, zum Resilienzerwerb, zur Rückenschule, zum Achtsamkeitstraining und allgemein zur Stressbewältigung.

Man kann Referenten buchen, die damit werben, passende und alltagstaugliche Strategien zum Erhalt der Lehrergesundheit zu vermitteln. Selbst etwas so Banales wie 'Bewusst genießen', also z.B. Schokolade zu essen, wird als Maßnahme verkauft.

All diese Praktiken schaden selbstverständlich nicht – schließlich hat fast jede Lehrerin mal Probleme mit dem Rücken oder der Stimme oder wird gerne daran erinnert, auch mal Schokolade essen zu dürfen.

Problematisch wird es aber dann, wenn Tipps allen Ernstes lauten: 'In Würde ertragen' oder 'Machen Sie sich klar, dass Sie vieles nicht ändern können, selbst wenn Sie es gerne wollten.' - und das ist nicht zynisch gemeint! Dort steht z. B., dass wir, wenn wir uns ärgern oder frustiert sind, uns kaum vorstellen können, dass die Situation einen Sinn für unser Leben haben könnte. Wir sollten uns in der nächsten unangenehmen Situation, die wir nicht verändern können, im Nachhinein sagen: 'Dafür war's also gut.'

Also, denken Sie daran, wenn Sie nächstes Mal in Klassenarbeiten und Klausuren ersticken. So fällt Ihnen das Korrigieren leichter, weil Sie den tieferen Sinn erkennen.