Korrekturtätigkeit trotz Krankschreibung

Das MSB hat, wie wir alle wissen, für alle möglichen Situationen Regelungen getroffen, jedoch ein zentrales Problem dabei ausgespart: Wie ist damit umzugehen, wenn eine erkrankte Kollegin unkorrigierte Klassenarbeiten oder Klausuren zu Hause liegen hat oder während ihrer Krankschreibung eigentlich Arbeiten zu schreiben wären?

Die Antwort ist einfach: Die Behörde delegiert die Verantwortung auf die Schule.

Zwar ist ein Kollege bei Krankschreibung nicht verpflichtet, seine Lerngruppen mit Aufgaben für die Unterrichtsstunden zu versorgen – so müssen auch Dezernenten zugeben „Krank ist krank.“ -, aber die schriftlichen Arbeiten sollten schon irgendwie korrigiert werden. Schließlich haben die Schülerinnen und Schüler einen Anspruch darauf, sie korrigiert und benotet zurückzuerhalten.

Der krank darniederliegende Kollege muss die Arbeiten nicht korrigieren, wird aber oft von der Schule oder dem Kollegium so unter Druck gesetzt, dass er es doch tut.

Die Alternativen, wenn der Kollege nicht während seiner Krankschreibung korrigiert, sind: Er verschiebt die Tätigkeit, korrigiert also, wenn er wieder gesund ist. Wenn dieser Zeitpunkt jedoch in weiterer Ferne liegt, wählen die Schulleitungen gerne zwischen zwei Möglichkeiten: Entweder delegieren sie dieVerantwortung an die Fachschaft des erkrankten Kollegen, die schon eine Lösung finden wird, oder sie benennen selbst die Kolleginnen und Kollegen, die die Aufgabe quasi nebenbei erledigen sollen, natürlich ohne Bezahlung.

Falls der erkrankte Kollege durch jemanden vertreten wird, der die Stunden als Mehrarbeit bezahlt bekommt, übernimmt diese Vertretungskraft üblicherweise die angefallenen oder noch anfallenden Korrekturen. In aller Regel ein schlechter Deal für die Vertretungskraft, wenn sie nur entsprechend den erteilten Unterrichtsstunden bezahlt wird, aber zudem noch korrigieren muss.

Klar ist: Das MSB und die Mittelbehörden, die Bezirksregierungen, drücken sich vor der Aufgabe, schriftlich eine Regelung zu fixieren. Sie wissen sehr wohl, dass sie, wenn sie an dieser ungeregelten Stelle für Erleichterungen bzw. für Verbesserungen - welcher Art auch immer – sorgten, sie ein Fass aufmachen würden, nämlich das der ungeregelten Arbeitszeit.