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Achtung: Mehrarbeit!

Am 12.8.21 verkündete die Landesregierung das sog. „Aktionsprogramm Ankommen und Aufholen für Schülerinnen und Schüler“. Verteilt werden sollen z. B. Schulbudgets und Bildungsgutscheine, „mit denen einzelne Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden können.“ (https://www.schulministerium.nrw/extra-geld) Auch ist von „Extra-Personal“ die Rede:

„Dieses Personal soll Schülerinnen und Schüler ‚beim Aufholen pandemiebedingter Lernrückstände‘ unterstützen durch z. B. Unterstützung der Stammlehrkraft im Regelunterricht, Fördermaßnahmen außerhalb des Regelunterrichts, andere unterrichtsergänzende Maßnahmen.“ (https://www.schulministerium.nrw/ankommen-aufholen)

Wer allerdings gehofft hat, dass nun überlastete Kollegien durch neu eingestellte Lehrkräfte („Extra-Personal“) entlastet und Überstunden abgebaut werden, der könnte enttäuscht werden: Denn Extra-Personal kann auch bedeuten, dass eh schon überlastete Bestandslehrkräfte im Rahmen dieses Programms Mehrarbeit leisten müssen:

Ukraineflagge

teddy bear stop warWas der Krieg in der Ukraine mit uns Lehrerinnen und Lehrern zu tun hat – und was wir tun können

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!  
(B. Brecht)

Angesichts des schrecklichen Krieges in der Ukraine ist man wohl manchmal versucht, relativ alltägliche Dinge wie eben ein Gespräch über Bäume oder unseren Einsatz für mehr Arbeitszeitgerechtigkeit als relativ nichtig zu empfinden. Daher wollen wir zu diesem Krieg wenigstens nicht schweigen, sondern aufzeigen, was wir Lehrkräfte – vor allem mit Sprachfächern – gegen Krieg und seine Folgen zu tun in der Lage sind.

Konkrete Soforthilfe privat

Natürlich können wir alle zunächst auch privat dazu beitragen, die derzeitige akute Not in der Ukraine und bei den Geflüchteten zu lindern, z. B. durch Sach- und Geldspenden, Bereitstellung von Unterkunftsmöglichkeiten, Mithilfe bei der Betreuung von Geflüchteten, Dolmetscherdienste, Verzicht auf unnötigen Verbrauch von russischem Gas und Öl, Unterzeichnen von Petitionen.

Konkrete Soforthilfe in der Institution Schule

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Dienstunfall „Corona“

Vermehrt kommt es in letzter Zeit zu Corona-Infektionen unter Kollegen und Kolleginnen. Viele von ihnen führen das zurück auf eine Ansteckung im schulischen Umfeld. Die Wenigsten aber wissen, dass sie dies auch bei ihrer zuständigen Bezirksregierung als Dienstunfall anzeigen können.

Natürlich ist es schwer, nachzuweisen, dass die Infektion ausschließlich in der Schule stattgefunden haben kann, und wie die jeweilige Bezirksregierung den Antrag bescheidet, ist fraglich. Aber diese Möglichkeit - gerade auch in diesen unsicheren Zeiten im Umgang mit ungeimpften Kindern in der Schule und möglichen Long-Covid-Folgen - ungenutzt zu lassen, sollte sich jede und jeder von Ihnen genau überlegen.

Einige betroffene Kollegen und Kolleginnen haben die Infektion mit Corona bereits angezeigt und dem Dienstherrn somit ein deutliches Zeichen gesendet, dass es an der Zeit ist, seine Fürsorgepflicht endlich wahrzunehmen.

 

GesundheitsschutzWoWo

Ihre Ansprechpartner für das BEM –Betriebliches Eingliederungs-Management

Auch vom Personalrat wird das BEM natürlich als Institution in der Schule sehr geschätzt, gibt es doch den langzeiterkrankten Kolleginnen und Kollegen eine Plattform, Sorgen und Ängste bezüglich einer Wiederaufnahme ihres Unterrichts in geschütztem Raum vorzubesprechen und zu entlasten.

Hier unterstützen und beraten Mitglieder unserer Vereinigung Sie gerne mit ihrer Erfahrung und ihrem Hintergrundwissen. Sie wissen, welcher emotionale Stress allein in der Beantragung eines BEMs besteht. Denn häufig müssen betroffene Langzeiterkrankte sich selbst darum bemühen, wieder eingegliedert zu werden und um ein BEM zu bitten.

In Zeiten von Krankheit wirkt Behördendeutsch oftmals nicht nur formal und unpersönlich, sondern sehr konfrontativ, auch wenn das ausdrücklich nicht so gemeint ist.

Und so möchten wir Sie und Euch wirklich ermutigen, sich an uns zu wenden, wenn es nach längerer Krankheit wieder zurück an die Schule gehen soll, ein BEM mit uns gemeinsam vorzubereiten.

Wir klären gern über diese so positive Form der Kooperation wischen Behörde, Schulleitung, betroffener Lehrerkraft ggf. Schwerbehindertenvertretung auf.

Der Vereinigung der KorrekturfachlehrerInnen arbeitet in diesem Zusammenhang auch eng mit der Schwerbehindertenvertretung zusammen.

Eine sehr gute Seite zur Vorbereitung und mit allgemeinen Sachinformationen zum Thema Schwerbehinderung und BEM ist zu finden unter sbv-gymnasium.de.

Wir wünschen allen Betroffenen alles Gute und viel Kraft.

Bitte zögern Sie nicht, sich an uns zu wenden: Wir helfen!